Ab in die Steiermoak

Hier kann man auch als Gast schreiben. Anonyme Beiträge sind möglich, aber nicht erwünscht, man sollte wenigstens seinen Namen drunter setzen.

Beitragvon fleisspelz » Mi 08 Dez, 2010 17:53

Meide Wien
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Beitragvon Therion » Mi 08 Dez, 2010 19:07

fleisspelz hat geschrieben:Meide Wien


Ja, da leben 100 000 Deutsche sehr ungute Gegend :wink:

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Beitragvon scheppertreiber » Mi 08 Dez, 2010 19:09

Wien ist schon Balkan ?
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Beitragvon Nanno » Mi 08 Dez, 2010 19:38

dirk hat geschrieben:Kurier?


Eher noch die Presse - wobei die im wirklichen Leben ein scheußliches Format hat. (Ca. wie die FAZ)

scheppertreiber hat geschrieben:Wien ist schon Balkan ?


Der Balkan hat noch Spuren von Anstand... :-D

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Beitragvon lehrbua » Mi 08 Dez, 2010 20:59

scheppertreiber hat geschrieben:Wien ist schon Balkan ?


irgendwie noch nicht - am Balkan fühl ich mich nämlich wohl

:-D
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Beitragvon Therion » Do 09 Dez, 2010 09:41

@ Oelbrenner
Vor über 20 Jahren durfte ich einen Monat unter einem deutschen Chef arbeiten. Was mir negativ in Erinnerung blieb war der Gebrauch von Austriazismen durch den Boss. Da er österreichische Ausdrücke immer nur bei Problembesprechungen verwendete, wußten wir Arbeiter nie ob er sich bei uns anbiedern oder uns verarschen will.
War vielleicht nicht bös gemeint kam aber schlecht an.
Ansonsten Glückwunsch zu deiner Wahl.
Graz und die Grazer kamen mir bislang immer recht symphatisch vor.

Zu den Wien Bashern:
Als in Wien arbeitender Burgenländer bin ich ja allerhand Abgründe des goldenen Wienerherzens gewöhnt, aber was ist in Wien soviel schlimmer als in vergleichbaren anderen europäischen Städten ?
Mir persönlich fehlt der Vergleich da ich andere Städte nur vom Urlaub her kenne.
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Beitragvon Oelbrenner » Do 09 Dez, 2010 09:51

Was mir negativ in Erinnerung blieb war der Gebrauch von Austriazismen durch den Boss. Da er österreichische Ausdrücke immer nur bei Problembesprechungen verwendete, wußten wir Arbeiter nie ob er sich bei uns anbiedern oder uns verarschen will.


Eben Steve, sowas befürchtete ich auch.
Da ich ja auch dorten der "Boss" sein werde, bleib` ich wohl besser völlig bei meiner Hochdeutsch-unterdrückten Rheinischmischung.
Dachte mir schon, dass Integrationswilligkeit nicht unbedingt vom Erlernen der Eingeborenensprache abhängt :-D - auch wenn manche Politiker in DE das auch anders sehen :roll:

Gruss
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Beitragvon hiha » Do 09 Dez, 2010 10:36

Steyrische Nationalhymne, die ich mal ganz gut auf der Zither konnte:
"Langsam, aber nicht schleppend" stand aufm Notenblattl...:-D

I bin a Steira Bua
und hab a Kernnatur
I mach ja gwiß koa Schand
meim schöna Steirerland
Denn in da Steiermark
da san d´Leut groß und stark,
san wia die Tannabaam
bei uns dahoam

I bin´s a Steirabua
hab z'rissne Strümpf und Schuach,
a lukats G´wandl oun
schau aus wia a Bettlmoa.
an Hunger wia a Stier
koan Kreuzer Geld bei mir.
so san mas stet´s beianand
im Steirerland.

Wann i auf d'Alma geh
im feschen Steiragwand,
grean eingfaßt is da Rock
so tragt mas in meim Land.
Dazua an Almastock
in meina rechten Hand,
a Birerl a dazua
so sam mas gwohnt.

Wenn i zum Deandl geh
und steh vor ihram Haus,
sie lachts mi freindli o
und kummt zu mir heraus,
sie fallt ma um an Hals
und sagt ma staad ins Ohr:
Du bist mei liaba
liaba Steirabua.

http://gnf10x.nefo.med.uni-muenchen.de/ ... rerbua.jpg

Gruß
Hans
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Beitragvon fleisspelz » Do 09 Dez, 2010 13:04

fleisspelz hat geschrieben:Meide Wien

Therion hat geschrieben:...
Zu den Wien Bashern:
Als in Wien arbeitender Burgenländer bin ich ja allerhand Abgründe des goldenen Wienerherzens gewöhnt, aber was ist in Wien soviel schlimmer als in vergleichbaren anderen europäischen Städten ?
Mir persönlich fehlt der Vergleich da ich andere Städte nur vom Urlaub her kenne.
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Lieber Steve, da möchte ich Dir gerne antworten, schliesslich habe ich ja mit dem "bashing" (ganz so war es nicht gemeint, aber wurscht...) begonnen.

Vorab gebe ich zu, dass mein Eindruck von meinen jüngsten Erfahrungen gefärbt sind und ich ebensogut "Meide Düsseldorf", "Meide Unternehmensberater", "Meide Soziologen" oder "Eat The Rich" hätte schreiben können.
Wien ist eine pulsierende internationale Stadt voller sehenswerter Orte und erlebenswerter Szenen. Black Cube/White Cube, der Naschmarkt, das Fälschermuseum, der Meiselmarkt und zahllose Kneipen vom Quell bis zum Schikaneda machen die Stadt kurzweilig und spannend. Egal ob man von der monumentalen Herrschaftsarchitektur à la Schönbrunn, von Gründerzeit-Industriearchitektur, von Hundertwasserhäusern oder von moderner Ökoarchitektur begeistert ist, man findet das passende Denkmal in Wien. Wien ist eine Reise wert.

Gleichzeitig wird man in keiner österreichischen Stadt unverschämtere, desinteressiertere und beleidigendere Kellner und Verkäufer antreffen. Ich mag Österreich sehr, nicht zuletzt wegen des freundlichen Wesens der Österreicher. Das gilt fast überall in Österreich, ausser in Wien. Ein freundlicher Kellner in Wien ist nach meiner Erfahrung stets Ausländer.

Was aber für Wien sehr speziell ist, und was es für mich als deutschen sehr von allen anderen mir bekannten Grossstädten unterscheidet ist die offen zu Tage getragene Deutsch-Feindlichkeit.
Das geht im Strassenverkehr los, offenbart sich aber beileibe nicht nur dort. Ich kann langsamer fahren, als ein Wiener, oder gleich schnell, oder schneller. Mit einem deutschen Nummerntaferl bekomme ich stets einen Vogel gezeigt, das wird mit einem österreichischen Taferl schlagartig weniger. Beispiele gefällig?

1. Eine Tankstelle mit schräg angeordneten Zapfsäulen. Man fährt gerade hinein, biegt halbrechts zu der schrägen Säule, tankt und biegt halblinks zur Ausfahrt. Ein Wiener ist versehentlich einen Meter zu weit nach vorne gefahren, und blockiert die Ausfahrtspur. Er will gerade die Zapfpistole entnehmen, als er seinen Fehler bemerkt. Er setzt ab, wendet sich zur Zapfsäule, um den Rüssel wieder einzuhängen und zurück zu stossen. Als er gerade einsteigen will, sieht er, dass ein deutscher VW Bus einfach nur wartet, bis die Bahn frei wird. Der Wiener hält inne, geht gemächlich zurück zur Pistole, tankt, zeigt dem VW-Bus-Fahrer einen Vogel und schreit über die Tankstelle.
"Ihr Deutschen brauchts Euch garnicht so aufführen!"
Er tankt gemächlich, bezahlt in aller Ruhe, und lässt sich demonstrativ Zeit beim angurten und losfahren.

2. Ich fahre mit dem Motorrad aus einer Einbahnstrasse, die an einer Querstrasse endet, wo man rechts oder links abbiegen kann. Ich will nach links abbiegen und ordne mich daher relativ weit links ein, damit jemand der hinter mir ist und nach rechts will, gegebenenfalls rechts an mir vorbei könnte. Aus der Querstrasse kommt von rechts ein Wiener Auto, will nach links, also gegen die Fahrtrichtung in eine Einbahnstrasse. Er hupt mich an, weil ich ihm zu weit in der Mitte der Fahrbahn stehe, zeigt mir einen Vogel, guckt mir als er vorbei ist auf das Nummernschild und ruft
"Ach so ein Deutscher..." während er entgegengesetzt der Einbahn davon fährt.

3. An einer mehrspurigen Strasse fahre ich mit der Aprilia hinter einem Motorroller mit österreichischem Kennzeichen her. Der Roller fährt auf der Linksabbiegerspur an der Schlange vorbei und reiht sich vor dem ersten Auto auf die eine der beiden Geradeausspuren ein. Ich tue ihm gleich, keiner der Autofahrer hinter uns nimmt Notiz. Plötzlich steht auf der Linksabbiegerspur ganz vorne, jetzt also links neben mir ein weisser VW Bus, wie ich auch einen habe. Am Fahrer sitzt ein Langhaariger mit Bart und Zopf, kurbelt die Beifahrerscheibe herunter und poltert drauf los:
"Auf der Linksabbiegerspur fährt man nicht am Stau vorbei. Ihr glaubt wohl, ihr Deutschen könnt Euch alles erlauben, aber noch gehört Wien uns Österreichern..."
Ich lächle hinüber, weil ich mir denke, er muss einen schweren Tag gehabt haben und antworte:
"Vor ein paar Jahren waren die Langhaarigen irgendwie lockerer drauf."
Er wettert weiter über meine Verfehlungen.
Ich frage ihn, immer noch lächelnd, ob er denn ein Polizist sei.
"Das wirst Du dann schon sehen" ist seine Antwort.
Er fährt von der Linksabbiegerspur nach rechts vor mich in die Kreuzung, auf der er mittendrauf stehen bleibt und anschliessend demonstrativ langsam vor mir her, wobei er mich zwei Mal unmotiviert ausbremst. Sein Kennzeichen beginnt mit "BP..." und rate Mal, was auf der Anonymverfügung gestanden hat....

Nun sind diese Beispiele Szenen, wie sie in vielen Grossstädten passieren könnten. Was Wien für mich besonders macht, ist die Verknüpfung der Anfeindungen mit der Tatsache, dass ich ein Deutscher bin. Ich liebe Österreich, aber ich mag die offen zu Tage getragene Deutschenfeindlichkeit speziell der Wiener nicht leiden. Daher mein Rat an einen Deutschen, Wien zu meiden. Das war natürlich zu kurz, ich hätte schreiben sollen:
"Meide Wien, oder gib Dich dort nicht als Deutscher zu erkennen"
..........................
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Beitragvon tomcat » Do 09 Dez, 2010 13:41

:oops: :oops: :oops:
Nachdem das Wort "Fremdschämen" gerade zum Wort des Jahres gewählt wurde ... :oops: :oops: :oops:
http://steiermark.orf.at/stories/486379/
... möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich mich wegen Fleisspelzens Schilderung als Steirer für die Wiener fremdschäme.

... allerdings muss ich anmerken, dass der Rest Österreichs tendenziell dasselbe mit den Wienern macht, was sie mit dem Fleisspelz machen.
:lol: :lol:

Tom
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Beitragvon Therion » Do 09 Dez, 2010 15:18

Justus, deine Erlebnisse kann ich nachvolziehen, da ich als „Gscherta“ und schlimmer noch „Krowod“ die gleichen Situationen erlebt habe.
Zu beschönigen ist da nichts.
Unfreundlich und desinteresierte Kellner hab ich hauptsächlich im Ausland erlebt( Wahrscheilich sind alle arbeitswilligen ausländischen Kellner in Wien ;-) )
Fremdschämen für die Wiener braucht sich niemand, den ob es einem mit einem MB o. ZG am Kennzeichen in Graz anders geht ? :roll:
Auf eine bessere Menschheit
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Beitragvon ragman » Do 09 Dez, 2010 17:39

Tröstet euch ... dafür sind die Wiener im Rest der Welt genauso beliebt :wink:

Wie heißt der Slogan? Wien ist anders!

Ich mag an Wien die Museen und das Haus des Meeres (welches ich schon viel zu lange nicht mehr besucht habe, fällt mir gerade ein).
Das beste Werkzeug ist ein Tand in eines tumben Toren Hand.
(D. Düsentrieb)
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Wien und die anderen

Beitragvon Maybach » Do 09 Dez, 2010 23:29

Servus,

hier in Tirol ist das auch andersherum zu bemerken. Wenn man z. B. einen Mietwagen (die haben ja meist Wiener Nummernschilder) mietet, dann habe ich schon öfters gesehen, dass der versierte Tiroler, der mit einem derart "verunstalteten" Auto herumfährt, ein Blatt deultich sichtbar einlegt: "Bin Tiroler"

Honni soit qui mal y pense ...


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Beitragvon Therion » Do 09 Dez, 2010 23:58

Apropos Tirol.
Gerade im ORF gehört.

Ich steh hier in Tirol
und fühl mich gar nicht wohl.
Zuwenig Schilf zuviele Felsen
Viele Adler keine Gelsen.

Burgenland ist überall :-D
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Beitragvon Blechroller » Fr 10 Dez, 2010 00:33

Mir dynkt, die Österreichianer sind ziemlich deutsch... :-D

OllY
Oxymoronscher Kradist
"Your motor sounds different!"

Lederfransen kann man sogar verchromen

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