Plexiglas in Form bringen?

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Plexiglas in Form bringen?

Beitragvon Oelbrenner » Do 05 Apr, 2007 07:02

Anfrage an die Könige der Bastelzunft:

Habe jetzt schon seit ein paar Wochen meine Nasenbärverkleidung im Keller liegen und mangels Zeit noch keinen Handschlag investiert, jetzt ist absehbar dass ich einen Tag der Bastelfreuden fröhnen kann, also:

Möchte nicht wie weiland werter Herr Blechroller der Originalscheibe mittels der Säge zerstörerischen Kraft zu Leibe rücken sondern einen Streifen stärkeren Plexiglases im ortsansässigem Baumarkt käuflich erwerben um dann - wie auch immer - diesen Streifen der Wölbung der Verkleidung anzupassen.

Ist dies mit häuslichen Bastel- oder Küchengerät möglich?
- Wenn ja, dann wie?

Vorhanden wären Backofen, Haarfön, Heissluftfön, Badezimmheizgebläse, Gaskocher, Ceranplatte und Kerzen diversester Variationen.
Jemand Erfahrung?

Gruss Oelbrenner
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Beitragvon Hauni » Do 05 Apr, 2007 07:08

Erfahrung habe ich zwar keine,
aber aus dem Bauch heraus würde ich den Heissluftfön favorisyren.

Plexiglas wird unter Wärme weich........
Backofen -> wird der Heiss genug? oder wird gleich die ganze Scheibe labbrig??
Haarfön -> nicht heiss genug
Badezimmerheizgebläse -> siehe Fön
Gaskocher -> Punktuell zu heiss
Ceranplatte -> punktuell zu heiss
Kerzen -> punktuell zu heiss, ausserdem entsteht Ruß
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Beitragvon hiha » Do 05 Apr, 2007 07:25

Achtung: Im Baumarkt hab ich noch nie Plexiglas gesehen, immer nur PS oder sonstwas billiges. Das ist zwar auch thermoplastisch, aber das wars dann auch schon.
Geh lieber zum Plexiglashändler Deines Vertrauens, da gibts üblicherweise Wühlkisten, die Abrechnung erfolgt nach Gewicht des Erworbenen, oder Sympathie des Erwerbers...

Erwärmen mit dem Heißlufti, aber schön langsam. Bläst Du zu warm, gibts internes Geschäume...

Gruß
Hans
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Beitragvon Flint » Do 05 Apr, 2007 08:39

Beim Heissluftfönbiegen ist noch wichtig dass man das auf der richtigen Seite macht.
Vorwärmen innen und aussen, richtig warm solltest Du an der Aussenseite machen, also die Seite die sich dehnen soll.
Mit dem richtigen Material geht das ganz gut.
Gruss Harald

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Beitragvon fleisspelz » Do 05 Apr, 2007 09:10

Und nimm kein Acrylglas. Sonst mach es wie beschrieben. Ach ja: Die Verkratzschutzfolie kannst Du zum bearbeiten drauflassen.
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Beitragvon Blechroller » Do 05 Apr, 2007 09:43

Werter Her(r) Brenner des Oleiden,

sei er kein Feygling und setze er den Durchsichtcut heldenhaft und unzittrig am Originolscheiblein. Wie dies in Vollendung gelingt, wurde durch meinereinerselbst ja bereits in einem uneigennützigen Selbstversuch und entsprechender schriftlicher Niederlegung der Vorgehensweise dokumentiert.

Meinereinerselbst wagt es natyrlich nicht, an den Handfertigkeiten des Oleiden auch nur hauchbare Zweifel zu hegen. Jedoch beschleichen mich bei der Vorstellung, dass ich ein Scheiblein der solchigen Machart zur entsprechenden Krümmung verhelfen sollte, arge Zweifel meiner subjektiven Machbarkeit. Da besteht das erste Problem, ein geeignetes Material zu finden, dass in der notwendigen Stärke ausreichend belastbar und bezahlbar (!) ist. Die Scheibe wird auch in der gekürzten Version deutlich beansprucht. Dies ist weniger ein Ausfluss des Winddruckens, es sey denn, der werte Oelherbrenner beißt nackisch bekleidet wieder in den Lenker und stapelt seine Haxen auf den hinteren Blinkerauslegern, um die 3. Vorkommastelle des Tachometerigen zu sehen. Es ist das Geryttel des Diesel, das mir Sorgen bereitet, denn die Scheibe hängt an X schwächenden Bohrungen nur relative schlechtwinklig am ybrigen Nasenbär.
Weiter dynkt mir, dass 99,99% der plastiiden Durchblicksmaterialien nicht dauerhaft UV-stabil sind, so dass der wyrdige Her(r) Brenner bei seiner angelegentlichen Reise zu einem wyrdigen AiA-Ihwänd selbiges mangels Durchblick nicht erkennen und somit finden wird. Dies wäre kaum entschuldbar. Da möge er dem Herren KNEPTA lieber nochmalige Vorträge yber Motorbau und -Instandsetzung referieren :-D

Zuletzt, aber nicht weniger bedeutsam sey die Frage aufgeworfen, wie der Herr denn gedenkt, eine solch großflächige Einheit gleichmäßig zu biegen, so dass das Scheiblein künftig halbwegs spannungsfei an die bärige Nase angepasst werden kann.

Ich könnte natyrlich auch schreiben: "Bub, lass die Finger von so was!"
Aber das wäre profan und eine Determinierung des kindlichen Entfaltungstriebes.

Es gryßt

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Lederfransen kann man sogar verchromen

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Beitragvon ragman » Do 05 Apr, 2007 10:08

Ein ehemaliges Hobby meynerseyts war ja die Myttelalterdarstellung ... dazu gehört ja auch der Bau von diversen Ausrystungsgegenständlichkeiten, passend zum Thema ynsbesondere Schylder. Und die mandelförmigen Reiterschylder aus dem Hochmittelalter mußten auch gebogen werden.

Nachdem sich Holz ja nicht so einfach biegen läßt, wurden die verleimten Platten mit Spanngurten über vorher gefertige leicht gerundete Holzformgeber gespannt. für eine Scheibe sollten einer oder zwei davon wohl reichen. Einfach aus Holz aussägen und darunterlegen.

Ich könnte mir vorstellen, daß das auch mit Kunststoff klappen könnte und dann eine recht vernynftige Gleychmäßigkeit erzielt werden könnte. Allerdings sollte man vermutlich etwas sanfter vorgehen ... also nicht zu fest vorspannen und dann während mehrerer Erhytzungsvorgänge lieber nachspannen.

Nur so eine Idee ...
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(D. Düsentrieb)
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Beitragvon fleisspelz » Do 05 Apr, 2007 12:31

Im Prinzip funzt das genau so Ragman. Nur, dass man den Faktor Zeit durch den Faktor Wärme ersetzt.
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Beitragvon AIAndy » Do 05 Apr, 2007 12:53

Hab mal in einer Firma gearbeitet, wo Lichtkuppeln geblasen wurden. Da wurden die Scheiben in einen Ofen gehängt, und dann kam das erhitzte Plexi nach einiger Zeit ziemlich "labbrig" wieder raus. Über einen Rahmen gespannt und einfach aufgeblasen. Lichtkuppel war fertig. Wenns echtes Plexi ist, ist es in heißem Zustand form- und dehnbar.
Das Leben ist zu kurz um TÜV geprüfte Motorräder zu fahren!
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Beitragvon Oelbrenner » Fr 06 Apr, 2007 09:36

Na Klasse, da kommt ja allerhand an Infos zusammen!
Dank Eich :smt023
:oops: Gebe aber zu, das ich selbige Frage auch ins Enfieldforum gestellt habe und die Anratung dorten war: Finger wech von Billigheimer Baumarktgeraffel, Plexi ist auch Mist weil splitternd im Fall des Falles, was bleibt sind moderne Baustoffe wie Makrolon oder Lexan, genau wie bei euch beschrieben vorsichtig mit dem Heissluftfön zu bearbeiten.
Sind dann auch anscheinend eintragungsfähig.

http://plastics.bayer.com/plastics/emea/de/literature/pdf/36208.pdf?docId=36208

Ach ja, noch was an den Damenkavalier:
Es ist keine Feigheit vor dem Feind, sprich dem Ansetzen der Säge an besagter Orischinalscheibe, jedoch möchte ich mir die höhere Version für den Winter reservieren (gekürzt, selbstverständlich, wie von ihm darselbst in unerschrockenem Wagemut im Alleingang dokumentiert)
Es geht hier lediglich um die Basteley eines ca. 25 cm breiten Streifens für eine harmonische, dem goldenen Schnitt entsprechende Form um den frühling- bis herbstlichen Staudruck vom Brustkorb zu nehmen und aalesgleich (evt. barhäuptig bis zu den Füssen :shock: und mit den Hufen auf den hinteren Blinkerauslegern) durch den Gegenwind zu schlüpfen.
Auf das zu befürchten sei das sich ob der hohen Kreiselgeschwindigkeit noch etliche Tachowellen ins Nirvana begeben :-D

Schöne Ostertage und immer einen Klecks Farbe auf den Eiern
Oelbrenner
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Beitragvon Sepp » Fr 06 Apr, 2007 10:37

Wenn ich dem Herrn Oelbrenner behilflich sein kann.
Ich hätte noch eine Makralonscheibe 80 x 54 cm, 6 mm stark aus der Bauzeit meines Kinderbeiwagens, in meinem Garagenfundus.

Gruß aus Niederbayern
Bründl Sepp
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Beitragvon hiha » Fr 06 Apr, 2007 11:31

Macrolon/Lexan/Polycarbonat warm biegen ist nix für den Fön, weil die Weichwerde- und Aufschäumgrenze seeehr nah beinander liegen.
Acrylglas (=Plexiglas= PMMA) geht übrigens schon!
Tips für das richtige Material gibts bei http://www.plexi-weiss.de/de/prod/mw/default.htm
Der Weiss ist überhaupt DER Ansprechpartner für sowas.

Gruß
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Beitragvon motorang » Fr 06 Apr, 2007 13:36

hiha hat geschrieben:Macrolon/Lexan/Polycarbonat warm biegen ist nix für den Fön, weil die Weichwerde- und Aufschäumgrenze seeehr nah beinander liegen.
Acrylglas (=Plexiglas= PMMA) geht übrigens schon!
Tips für das richtige Material gibts bei http://www.plexi-weiss.de/de/prod/mw/default.htm
Der Weiss ist überhaupt DER Ansprechpartner für sowas.

Gruß
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Dochdoch, WARM geht schon. Nur ZU warm nicht :-D

Ich habs bei meinem Windschild mit gaaanz wenig schäumen geschafft - und auch nur weil ich darum nicht wusste.

Gryße!
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