Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Dreckbratze » So 05 Feb, 2023 11:59

Wobei die Betriebsbedingungen und -zeiten heute vermutlich andere sind. :wink:
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Jonas » So 05 Feb, 2023 12:13

Heiko hat geschrieben:Würde mich echt interessieren, was ihr da auf der Steuerseite gezaubert habt.

Bilder gibt´s leider keine, wir waren im Flow und schwer beschäftigt. :-D :fiessgrinz:

Eigentlich recht einfach, das Ganze:
Wir haben ein zweigeteiltes Rollenlager genommen. Rollenlager deshalb, weil die Kurbelwelle so bissl axial herumwandern kann und trotzdem sauber im Lager läuft (mal laienhaft von mir ausgedrückt).
Der Außenring gehört nun ins KW-Gehäuse, klar, aber nicht ganz bis zum Anschlag eingesetzt, sondern in einer definierten Tiefe. Dafür haben wir einen Distanzring gedreht, der vor dem Außenring im Gehäuse sitzt und kwasi die Einbautiefe definiert. Und parallel dazu haben wir mit den Anlaufscheiben geguckt (so wie Du), wie das Gesamtkonstrukt in sich stimmig wird.
Jo, die Bronzebuchse auf der anderen Seite. Die haben wir auch so gelassen, sah noch gut aus.

Was für ein Kugellager genau hast Du genommen?

Bin gespannt auf Deine Ideen zur Schmierung!
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » So 05 Feb, 2023 13:42

Jonas hat geschrieben:Was für ein Kugellager genau hast Du genommen?

:smt005 Ja. Das kenn ich. Man arbeitet sich so richtig in Rage und später denkt man: Mist. Das wäre einer Dokumentation mehr als würdig gewesen. Ich mache aber auch sehr viele Fotos für mich selbst. Da kann man später immer nochmal nachschauen was man wie und warum eingebaut hat. Sehr hilfreich...
Ich glaube es war dieses Lager:
6304-Z-C3 von FAG
Erhöhte Lagerluft und einseitig Stahlscheibe außen als Abdichtung.
Ich glaube ich verstehe das mit dem seitlichen Spiel bei deinem Tonnenlager. Bei mir ist das schon fertig eingebaut. Die Welle lässt sich recht einfach in das Kugellager schieben. Da ist kein fühlbares Spiel, aber es ist auch keine Kraft nötig um die rein zu schieben. Daher hab ich ja quasi die axiale Bewegungsfreiheit. Ob das so richtig ist... Bei Kettensägen kenn ich das nur so, dass die elendig stramm im Lager sitzen. Bei der Terrot nicht. Aber ich klopfe auf Holz. Wird schon passen.
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Jonas » So 05 Feb, 2023 13:59

Ah, ok, Du hast Axialspiel der Kurbelwelle, weil der Innenring vom Lager nicht unverrückbar stramm auf dem Zapfen sitzt. Das ist bei mir anders.
Ob das so bei Dir richtig ist, keine Ahnung. Siehst Du dann am Abrieb im Öl bzw. hoffentlich siehst Du nix! :gruebel: :fiessgrinz:
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon mike58 » Mo 06 Feb, 2023 18:29

Das Dichtmittel,
heißt Omnifisc, liebe ich sehr wenn die Planflächen zueinander passen ist das die beste Lösung, da man keine Dichtung beim ausdistanzieren berücksichtig werden muß.
DasTonnenlager ist auf der Abtriebsseite, da es mehr Last auufnehmen kann als ein Kugellager ,ein Kugellager auf der auf der Steuerseite als theoretisches Festlager,
Beim montieren wuren ie Gehäuse erhitzt, so gleiten sie schön in ihren Sitz und versauen so den Passsitz nicht, Beim Innenring wird ein Heizdorn verwendet und die Kurbelwelle wandert in den Kühlschrank und nix Hammer, da gibts bei mir a Gnackwatschn. Und a bisserl mehr Ehrfurcht vor unseren Altforderen.
Hertweg bund Konsorten hatten schon was drauf zumindest pfuschen mit Niveau.
Was du hoffentlich nicht überlesem hast, war die Anmerkung von mir das die Ausssenringe im Betrieb,
aufgrund der Wärmeausdehnung locker werden und sich seitlich verschieben können, daher die penible Ausdistanzierung der Aussenringe, somit wärs dann schon gut wenn wenigstens die Innenringe auf den seitlichen Kurbellenzapfen fest sitzen wenn nicht. könnt man Hoffen das ein gutes Loctite hilft dann aber sauber arbeiten und eines verwenden was dem SPALTMASS entspricht.
servus
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Maybach » Mo 06 Feb, 2023 21:16

Omnifisc


Nur zur Sicherheit, falls das einer sucht im Web: das schreibt sich Omnivisc.

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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon mike58 » Di 07 Feb, 2023 07:13

Danke :-)
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 21:34

mike58 hat geschrieben:Beim Innenring wird ein Heizdorn verwendet und die Kurbelwelle wandert in den Kühlschrank und nix Hammer, da gibts bei mir a Gnackwatschn. Und a bisserl mehr Ehrfurcht vor unseren Altforderen.
Hertweg bund Konsorten hatten schon was drauf zumindest pfuschen mit Niveau.

Leider kam dein Post einen Tag zu spät... Ich hab also mit dem Fäustel und nem Meißel.... Nein, keine Sorge. Ich hab das Lager mit einem Durchschlag und einem Hammer vorsichtig noch ein paar leichte Schläge verpasst um zu sehen, ob es wirklich sitzt. Und siehe da... Es hat sich noch 2/10tel gesetzt. Nun passt das Gehäuse ohne Dichtung bei 25/100stel Spiel. Ich wollte vermeiden, dass die Welle hinterher einen Millimeter Spiel hat. Und damit ist rechnerisch auch mein seitliche Verschiebung des Pleuels von 2/10tel eliminiert. Und tatsächlich habe ich das Lager auch so wie du gesagt hast montiert. Gehäuse in den Backofen und Lager ins Gefrierfach. Ist eine super Technik um Probleme gewaltfrei zu lösen.
Aber wie gesagt kam der Rat mit der Dichtmasse zu spät. Ich habe normale Dichtmasse verwendet, dünn aufgetragen. Und eine 0,2mm Zylinderfußdichtung mit einem Hauch von Dichtmasse. Das sollte okay sein, denke ich. Besser gehts immer, klar.
Das mit dem sich mitdrehenden Lager. Ja, hmmm... Hab kurz überlegt ob ich irgendeinen Welle/Nabe-Kleber verwenden sollte. Zu spät. Aber ich bin optimistisch. Der Außenring sitzt schön fest und die Welle gleitet spielfrei, saugend in den Innenring. Das gleich auch auf der Steuerseite. Ich bin optimistisch.
Was den Altvorderen angeht, da bin ich ganz bei dir. Hab das Buch das erste mal mit 19 gelesen und war schwer begeistert (auch wenn ich nur die Hälfte verstanden habe). Aber leider hat der weise Mensch mit dem langen Prophetenbart meine Fragen nicht beantwortet. Das ist scheinbar oft so bei Vorkriegstechnik. Grundsätzliches Wissen wurden damals scheinbar als gegeben vorrausgesetzt. Also ein bischen so wie wenn ein Koch von einer Priese Salz spricht. Sowas treibt mich zur Verzweifelung :gruebel: :smt005 Ich meine so Fragen wie: Wieviel Axialspiel sollte eine Kurbelwelle haben? Wie penibel mittig muss das Pleuel sitzen.
Und besonders: Wie geht eine 3-Bürsten-Lima mit zusätzlichem Feldspulen-Anschluss. Das scheiß Ding macht mich echt fertig!!! :smt013
Hier mal ein paar Bilder für die Nachwelt vom Zusammenbau.
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 21:35

IMG_20230207_170154.jpg
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 21:35

IMG_20230207_172036.jpg
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 21:36

IMG_20230207_190829.jpg
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 21:56

IMG_20230206_202223.jpg
...Steuerzeiten und Zündung werde ich mir hoffentlich mal am Wochenende in Ruhe anschauen...
Jetzt zu dem Thema Schmierung:
Wie ich das verstanden habe: Eine Tröpfchenölpumpe fördert das Öl über zwei Kerben in der Welle mit geringem Druck Richtung Kurbelwelle. Von da aus wandert es zum Pleuellager tropf ins Gehäuse. Die Schmierung der Lagerstellen läuft hauptsächlich über Ölnebel. Um einen möglichst konstanten Unterdruck im Gehäuse zu halten gibt es zwei Flatterventile, die tendenziell Luft raus aber nicht mehr rein lassen. Durch die Ventile wandert Ölnebel an Nockenwelle und Steuer-Zahnräder. Ein kleiner Teil verirrt sich dann auch an die Ventil schäfte und Stößel. Die Ventile werden dann nur mit einer 1-%igen Ölbeigabe von Obenöl geschmiert. Besser als nix. Das Öl was es an die Nockenwelle geschafft hat wird dann über die Kurbelwellenentlüftung auf die Primärkette geblasen. Oder, wenn man an die Zukunft seiner Kinder denkt in ein separates Auffanggefäß.
Korrigiert mich, wenn ich hier was falsch verstanden habe. Sonst lesen das später andere und alle restlichen Terrots gehen vor die Hunde.
Jetzt kommt meine wichtige Frage: Ich habe ein Bild eingefügt. Auf dem sieht man die Steuerseite des Motors. Da ist der Stumpf der Kurbelwelle mit Loch zu sehen. Da muss das Öl nun hinein. Daneben liegt der Deckel. Dort sieht man ein Röhrchen. Das ragt ca. 10mm in die Bohrung der Welle hinein. Nun ist aber das Röhrchen 5mm und das Loch in der Welle 6mm. Dazu kommt, das zwischen Deckel (wo das Röhrchen raus kommt) und Welle 2,8mm Abstand ist. Das heißt, dass da ein "riesiger" Spalt ist!! Erstmal einen halben Millimeter Spiel zwischen Röhrchen und Bohrung in der Welle und dann noch ein Abstand zwischen Deckel und Welle von 2,8mm. Da flutscht doch alles Öl dran vorbei. Oder wird das Öl vom Unterdruck des Gehäuses angesaugt und dann zentrifugal durch die Kurbelwangen zum Kurbelzapfen geschleudert?? Also ich bin da unsicher. Am liebsten hätte ich eine flexible Dichtung von 3mm die den Spalt zwischen Deckel (wo das Röhrchen austritt) und Wellenende zumacht. Dann würde der Öldruck direkt in die Kurbelwelle gehen und nicht teilweise dran vorbei flutschen.
Bitte helft mir da mal. Übersehe ich irgendwas, oder wäre da eine Gummischeibe (die die Axialbewegung der KW kompensiert) eine gute Idee? Wie habt ihr das gemacht?
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 22:01

IMG_20230206_202206.jpg
Und dann noch eine Frage:
Ich habe gelesen, dass es die Gehäuseentlüftung mit oder ohne Flatterventil in der Hohlschraube gibt. Das käme darauf an, ob der Motor im Inneren Flatterventile hat oder nicht. Leider fehlte bei meinem Motor diese Hohlschraube, die aus dem Motor kommt. Daher kann ich nicht sagen, wie es im Original sein sollte. Ich habe (wie auf dem Bild zu sehen) eine Hohlschraube bestellt und nachgerüstet. Mein Motor hat innen zwei Flatterventile (die zwei Metallscheiben im Steuergehäuse). Die sieht man auch schön arbeiten wenn sich der Kolben hoch und runter bewegt. Brauche ich also noch ein Ventil in der Hohlschraube? Ich könnte auf Nummer sicher gehen und mir eins einbauen. Ist kein Problem.
Was meint ihr?
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon Heiko » Mi 08 Feb, 2023 22:04

ec2-a.jpg
Hier mal eine Zeichnung die der Jonas irgendwo mal gepostet hat. Darauf sieht man die Hohlschraube der Gehäuseentlüftung mit Flatterventil. Allerdings ist seine HSt ja auch ein bischen älter. Kann das sein, dass die keine Flatterventile im Steuergehäuse hat?
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Re: Terrot HST 1929 / Frankensteins Wiederherstellung

Beitragvon lallemang » Mi 08 Feb, 2023 22:53

Bei 'ner Tropfschmierung ist der Begriff Öldruck halt recht relativ.
Am meisten "Druck" dürfte tatsächlich in der Kurbelwange entstehen, was in der Zentalbohrung im Kurbelzapfen
schon zu einem lauen Unterdruckwindchen zum aufsschlürfen der zeitweise ankriechenden Öltröpfchen dienen sollte.

Wenn schon Flattermänner installiert sind, würd' ich erstmal gucken, was das im Betrieb gibt. Das externe Ventil kann
ja wohl bei Bedarf nachträglich dran.
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