Ich wurde nie gedachtelt; noch nicht mal ne Ohrfeige. Scheint wohl die Ursache zu seyn, dass ich heute einen dieseligen Diesel fahr
Ich teile gegenüber meinen Zwergen auch keine Ohrfeigen aus und habe auch nicht vor, dies zu ändern. Ich halte von körperlicher Züchtigung absolut überhaupt nix.
Ich habe genug Mist in meiner Jugend gebaut -wer nicht-, aber die Phönale war nicht der Grund, dass ich gewisse Grenzen kannte und akzeptiert habe. Das hat nix damit zu tun, dass es Ärger geben könnte, sondern mit einem gewissen Werteempfinden.
Wenn ich als Zwerg ein neues Fahrrad wollte, wurde es nicht einfach gekauft und mir zu irgendeinem Pseudo-Anlaß geschenkt. Irgendwas musste ich ab einem gewissen Alter immer beisteuern.
Mit 12 oder so wollte ich unbedingt ein Rennrad. Sollte gebraucht so um die 100 DM kosten. Da ich ein funktionierendes, aber uncooles Klapprad hatte, bekam ich von meinen Eltern wenig Verständnis zu spüren. Ich musste 80 der 100 DM selbst ersparen/errasenmähen.
So bekommt man ein Gefühl für Wert. Materiell und daraus folgend auch immateriell.
Heute bekommen die Kids in meinem Bekanntenkreis jeden Mist; egal wie teuer, egal warum. Kürzlich wurde ein Hochbett für einen 6jährigen Zwerg um 1.000 € (!!!) von Bekannten angeschafft. Ja wie sollen die Zwerge denn lernen, dass Sachen Werte haben?
Ich nage nicht am Hungertuch (Ölbrenner, soll ich dir den Schockoosterhasen, der hier von der Kantine auf dem Tisch steht schicken

), aber ich sehe einfach nicht ein, dass ich meinen Zwergen neue Fahrräder kaufen soll, weil die cool sind. Die bekommen gebrauchte Kisten und wenn die Dinger rumgeworfen werden, im Regen draußen liegen gelassen werden usw., sind sie halt mal für ein paar Tage unter Verschluß. Die Mäuse passen mittlerweile einigermaßen auf ihre Sachen auf.
Ob das länger funktioniert? Ob das langfristig Erfolg hat? Keine Ahnung, als Eltern macht man eh immer alles falsch
Aber ein Versuch kann ja nicht schaden.
Irgendwann ticken die Plagen eh aus. Dann kann man nur hoffen, dass man ihnen so viel mitgegeben hat, dass es nicht zu übel wird.
Kürzlich hat einer was interessantes festgestellt: Wir (als Eltern) wurden von unseren Eltern in deren Leben eingebaut. Wir haben mit denen mitgelebt und uns deren Leben angepasst.
Heute leben die Eltern (wenn sie denn die Kindererziehung als Aufgabe annehmen) um ihre Kinder rum. Man passt das eigene Leben an das der Kinder und deren vermeintliche Bedürfnisse an. Die Mutti-Bravo "Eltern" und ähnliche Babyölpostillen schreiben es ja vor.
Einer meiner Leherer (sonst ein Depp) sagte dazu: "Schokolade in den Ars... blasen".
Und dann gibts noch -zunehmend mehr- die Situation, dass Kinder den Eltern entweder völlig wurscht sind oder diese schon frühzeitig den Eltern entgleiten. Da ist schon in der Grundschule der Einfluss der Eltern auf ihre Zwerge nahe Null. Und das hat nicht zwingend mit sozialem und materiellem Niveau zu tun...
Interessanter Thread
OllY