Hatz frisieren. Akt in drei Teilen.

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Hatz frisieren. Akt in drei Teilen.

Beitragvon Oelbrenner » So 15 Apr, 2007 17:18

Für diejenigen , die `s interessiert.
Meine heutige Tagesleistung.
Aus dem Enfieldforum kopiert.
Sey euch nicht vorenthalten.
Es geht darum, eine rechtsseitig am Motor unter allerhand blechernen Abdeckungen und stählerner Schwungscheiben eines Hatz-Diesels befindliche Madenimbusschraube eine halbe Drehung nach links machen zu lassen.
Ist die erst letzte Woche entdeckte Fördermengeneinstellschraube.
Viel Spass!


Datum: 15.04.07 10:51


Oh, was bitter.
Bin gerade schraubenderweise in der Garage und versuche nu` meinen Adrenalinspiegel etwas nach unten zu fahren.
Bis jetzt noch kein Ergebniss.
Verbaute Kiste.

- Auspuff runter
- Kickstarter und Schalthebel ab
- Alle Schräublein der Lüftungsabdeckung entfernt

Geht nicht runter :smt089 weil die scheiss Motorhalterung vorne im Weg ist!
Egal, der Spalt muss reichen, weiter:
Wo ist diese ver%§$te Schraube bloss?
Noch nix gefunden, doch nicht etwa noch eine Etage tiefer unter dem nächsten Blech?
Computer an, noch mal genau das Bild studieren (Heiko, der die schönen Dieselmopeds baut, hat im Enfieldforum ein verschwommenes Bild eingestellt), die Lage ungefähr orten....
Scheissdreck, tatsächlich, dadrunter :bash: (und ich Rind dachte noch so schön heute Morgen beim Kaffee, nuja, bohrste halt ein Serviceloch in die Abdeckung und versiehst es später mit einem Gummistopfen zwecks diverser Versuche wärend der Fahrt...)
War nix.
Also weiter:

_ zum Nachschauen müsste die Ansaugleitung zum Lufi raus, das Mistding ist mit einem dünnen Blech gesichert, vorsichtig (verbiegt leicht, hoffentlich bekomme ich das später wieder rein) rausgepult.
- Mittels einem Hammerstiel hochgehebelt, Taschenlampe zur Hilfe: DA ISSE JA!
Gottseidank, wähnte mich schon an falscher Stelle grabend.

Die gute Nachricht: Schräublein ist weder von Siegellack überzogen noch von einer Kugel gesichert.
Die schlechte: Trotz langem Imbusschlüssel mit Kugelkopf, komme zwar mit der Kugel rein, aber der Winkel ist zu stark, packt nicht richtig :evil: , die hundsvermalledeite Schwungscheibe ist im Weg!

Geht nur mit dem kurzen Ende von der Getriebeseite aus eingefädelt, hoffentlich ist da nachher überhaupt genug Platz zum Drehen, bin noch skeptisch
Mache jetzt noch den Versuch , dafür muss der Ansaugstutzen aber ganz weg, d.h.;

- Akku raus
- kompletter Lufi ab
- Tasten im Dunkeln

Auf gehts, Bericht folgt umgehend

Aber erst noch `nen Kaffee
Oelbrenner



Datum: 15.04.07 12:59


Als denn.
Geschafft :grin:

War gar nicht so einfach.
Ungefähr so wie Tachowelle wechseln ohne Lampe `rauszumachen :oops: :-D

Imbusschlüssel kann man (war bei mir jetzt wenigstens so) vergessen.
Folgendes:
Gottseidank ist der Ansaugstutzen im Lufi nicht auch mittels Blechsicherung verankert. Lufi konnte also drinbleiben. Gummi liess sich so rauspulen.
Da war sie, die Fördermengenregulierschraube: Irgendwie zugänglich, von der Sonntagssonne bestrahlt lächelte sie mich an.
Ja Pustekuchen.
Imbusschraubendreher. 6-er.

Passt nicht rein :shock: und irgendwie zu langer Hebel (Motorhalter Getriebeseitig im Weg)
Ein Kürzerer.
Warum hab ich nur so Wurstfinger und warum fehlen mir anscheinend ein paar Zusatzgelenke?
Will auch nicht rein :evil: Sackzement.
Gebrauchte Schraube? Vielleicht vergnaddelt?
5,5er ausprobiert.
AAh, geht rein!
Wackelt wie `n Lämmerschwanz.
Nee, ist tatsächlich ein 6er.
Noch ein paar Versuche.
Hochgelobt sei der Erfinder des Magnethebers...
Moment.
hatte da doch noch irgendwo eine kurze Imbusnuss.
Keller umgepflügt. Da isse!!
Nach ein paar Versuchen mittels Magnetheber und starker Nerven: IST DRIN!!!
Warscheinlich konnte ich die Imbusschlüssel nicht im richtigen Winkel reinbekommen, da ist überhaupt kein Platz!
Jetzt ist aber noch nix gedreht.
Also gut soweit.
An die Nuss lässt sich ein 10 er Schraubenschlüssel ansetzen.
Ein ungekröpfter Ringschlüssel - bei mir nicht vorhanden - geht warscheinlich auch.
Ran das Teil.
Drücken.
Wattn nu?
Fester!
Doch irgendwie gesichert, geklebt oder einbetoniert :shock: ?
Wenn doch nur mehr Platz da wäre!
Scheissdreck, verbauter!
Wie bekomme ich einen längeren Hebel hin?
Lösung: Grossen Ringschlüssel als Zusatzhebel über den Maul geschoben, dücken.... Mist, immer noch nix, Heilandsack, wie fest sitzt das Teil eigendlich.....na komm, pack zusammen, das wird doch nix.....nochmal....KNACK....gelöst :smt041 endlich! (Hab mich schon irgendwann im Geiste alles zerlegen gesehen, Motorhalterung, Schwungscheibe etc.)
Die Platzverhältnisse lassen nur max. eine 1/8 Drehung zu, jetzt gehts auch mit dem Solo 10er Maul zu drehen, viermal das ganze, fettich.
Ist ungefähr `ne halbe Drehung.

Den Ansaugstutzen vom Lufi lass ich erstmal weg, vielleicht gibts ja dann ein satteres Ansauggeräusch :-D .
Öffnung ist ja auch unten, und durch das Loch vom Luftleitblech bläst es ja auch kühle Luft zum Filter.

Noch `n Kaffee, dann alles wieder zusammenbauen, Testfahrt.
Bericht Folgt

Oelbrenner


Datum: 15.04.07 17:39


Fazit: :shock: :smt022 :evil: :(
Motorplatzer, Fuss- und Kopfdichtung raus, stehe bis zu den Knien im Oel.....









































Mit solchen Horrorszenarien im Hyrn auf Testfahrt ist nicht so angenehm, muss aber sein.
Eben so ca. 120 km Landstrasse unter die Pneus genommen.

Vorab das Endergebnis: Bastelei war lohnend, wenn auch nervig.
Sei zur Nachahmung - ohne Gewähr meinerseits - empfohlen.

Aber von vorne:
Nach dem Anwerfen russte es ein klein wenig. Macht sie aber sonst auch, vor allem beim untertourigen Anfahren in kaltem Zustand.
Nix besonderes also.
Erst mal warmfahren.
Kein Problem heute, alle wollen anscheinend heute das liebliche Taubertal in geöffneten Dosen und im Bummeltempo besuchen... :evil:
Hat was gedauert, eine Strecke ohne Schnarchzapfen zu finden, aber bis dahin war feststellbar:

- es geht eindeutig etwas zorniger zur Sache
- im warmgefahrenen Zustand raucht es leicht unter Vollast bei niedrigen Drehzahlen
- Gegenwind und leichte Steigungen haben nicht mehr so gravierende Auswirkungen
Beispiel: Eine langgezogene Steigung, sonst mit ca.70 zu meistern, jetzt mit satten 80 `raufgeflogen...
- Auspuffsound unter Last satter, um nicht zu sagen martialisch, liegt aber wohl auch zum Teil daran, dass ich den schalldämmenden Lufiansaugstutzen weggelassen habe.... :-D .... kommt aber wieder dran. Ist sonst später für die Zwerge im Seitenwagen einfach zu laut.

Zum Thema Höchstgeschwindigkeit: :grin:
Ja, läuft schneller.
So ca. 5-10 km/h.
90/95 bei aufrecht sitzendem Fahrer nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.
100 etwas geduckt auf der Ebene problemlos machbar.
110 durchaus auch mal drin (meine arme Tachowelle )

Es sei dazu noch bemerkt: Fahre momentan wieder den 100%igen Biomodus, mit "normalem" Sprit müsste etwas mehr möglich sein.
Hat eindeutig an Leistung dazugewonnen. Objektiv. Dass die Endgeschwindigkeit nicht so berauschend zugenommen hat ist wohl bauartbedingt, in hohen Drehzahlen kommt einfach nichts mehr, in der Mitte hat er ordentlich zugelegt.

Passt eigendlich ein 21er Ritzel da rein?!

Nächste Woche werde ich das Szenario wiederholen (der Ansaugstutzen muss wieder rein, hab aber momentan nur einen "freien" Tag die Woche und heute so gar keine Lust mehr) dann noch mal 2/8el weiter auf..... ;-)
Dann ist aber Schluss (siehe ganz oben).

Dank nochmal an Heiko für das Auffinden dieser unsäglich versteckten Madenschraube!

Ich rate nur zur Vorsicht all derjeniger, die ein älteres Motorbaujahr (so wie ich) ihr Eigen nennen evt von Heiko gefundene Schräubchensumdrehungszahlen ungeprüft zu übernehmen. Heiko hat warscheinlich (oder ganz bestimmt) den neuen Motor mit der Zweiwegeeinspritzung, der hat ganz andere Innereien.
Der Neue soll sowieso zorniger laufen, wird schon ab Werk mit 20er Ritzel ausgeliefert.

Viel Spass beim frisieren
Oelbrenner
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Beitragvon Blechroller » So 15 Apr, 2007 19:28

Mittels meinem Zahnarztspiegels (beim Schwager entfyhrt :-D ) habe ich die Schraube entdeckt. Auch bei mir nix Siegellack oder Kugel. Aber dahinkommen? Heute nicht mehr.
Muss da wirklich das ganze Gedöns wech oder nur das Gummi vom Lufiansauger?

Vor Donnerstag komm ich eh nicht dazu. Schau dann mal bis dahin zu, ob die oeleide Karre dann noch läfft :shock: :-D

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Beitragvon Oelbrenner » So 15 Apr, 2007 20:07

Hilft nix, das ganze Gerympel muss zur Seite :evil: .
Auspuff weg, Abdeckung lösen, durch den Spalt (für die Operationen ausreichend breit) die Sicherungsplatte aus dem Ansaugstutzen raus, Sutzen vom Lufi lösen (der kann gottseidank drinbleiben) und den Sauhund getriebeseitig rauszerren.
Brauchst das Loch um später drin `rumzufingern.
Gynäkologen sind klar im Vorteil :shock:

Und dann viel Spass 8)

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Beitragvon Blechroller » Mo 16 Apr, 2007 10:22

Moin,

was meinst du mit "Abdeckung lösen"? So vom Schreibtisch aus schwer vorstellbar. Meinst du das risiege Luftradumhyllungsblech in silber oder nur die darauf befindliche die schwarze Sommer-Sommer-Abdeckung?

DAS wird ein Gewyrge...

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Beitragvon Oelbrenner » Mo 16 Apr, 2007 12:00

Ganz recht.
Es wird :twisted:
Richtig. das Grosse.
Das kleine Scwarze kannst ruig drinlassen :grin:
Aber die ganzen Hebeleyen müssen auch noch ab (Kicker und Schalter)

Vorsicht, wenn später der Ladestrom im roten Bereich ist hast du beim Stutzenrauszerren die Steckverbindung zur Lima gelöst, ist auch gut ranzukommen...

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Beitragvon Blechroller » Mo 16 Apr, 2007 22:21

Soderle, war doch neugierig :D

War ne Stunde Arbeit, also eigentlich wirklich nur mal kurz in die Garage :shock:

Verbybschend geht bei mir das große Gehäuse nicht ganz runter ohne den Motorhalter abzubauen, aber der Spalt reicht schon, um meine fetten Finger reinzuwürgen. Das Luftleitblech gleich mal raus (und beim Einbau wieder zu montieren vergessen) und den Lufigummi rausgefrickelt.
Bei mir ging ein normaler 6er Inbus mir kurzem Griff. Ist eine elende Gedutlssache, aber Ventieleeinstellen an der Transalp ist schlimmer.
Hab die Schraube mal so nicht ganz eine 3/4 Umdrehung rausgedreht.
Proebfahrt von 20 km inkl. Dosenbahn: Etwas bessere Beschleunigung, aber kaum oder nur ganz geringe Steigerung der Höchstgeschwindigkeit. Aufrecht ohne Windschatten nach wie vor knapp UNTER 90 km/h.

Ich glaube, meine Düse hat einen Patscher. Werd mal eine neue ordern, da ich eh eine auf Reserve für Norwegen haben will.

Glaube nicht, dass das fehldende Luftleitblech, also das Ding, das den Lufigummi hält und die Öffnung halb zu macht, so eine Wirkung hat.

Die Rauchfahne war natürlich im Dunkeln eher nicht zu sehen :D
Werd ich morgen mal beäugen und dann ggfalls. noch etwas am Schräublein spielen 8)

Gute Vorarbeit, Herr Oelbrenner.

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Beitragvon gert » Di 17 Apr, 2007 05:33

da lob ich mir meine 325-er diesel.

erstes muß ich mir eure sorgen ob ich die 100-er marke erreiche oder nicht gar nicht erst machen ... bei meinem kampfgewicht und luftwiderstand wäre ich mit 85 schon stolz grinsend unterwegs.

und zweitens muß ich zum fördermengen oder höchstdrehzaltuning lediglich meinen körper in anbeteungsposition fahrerseitig neben das vorderrad des motorrads bringen und dann an den außenliegend schrauben drehen.

hab natürlich schon daran herumgemacht - mit dem erfolg daß meine enfield nun auch schwarz raucht. ob sie nun 70 oder 81km/h lauft kann ich noch nicht sagen - ihr wißt ja .. der tacho ...

werde mich demnächst dem vielversprechenden kipphebeltuning widmen und ev. auch einmal die 85-er schallmauer durchbrechen!
gert
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