Meine heutige Tagesleistung.
Aus dem Enfieldforum kopiert.
Sey euch nicht vorenthalten.
Es geht darum, eine rechtsseitig am Motor unter allerhand blechernen Abdeckungen und stählerner Schwungscheiben eines Hatz-Diesels befindliche Madenimbusschraube eine halbe Drehung nach links machen zu lassen.
Ist die erst letzte Woche entdeckte Fördermengeneinstellschraube.
Viel Spass!
Datum: 15.04.07 10:51
Oh, was bitter.
Bin gerade schraubenderweise in der Garage und versuche nu` meinen Adrenalinspiegel etwas nach unten zu fahren.
Bis jetzt noch kein Ergebniss.
Verbaute Kiste.
- Auspuff runter
- Kickstarter und Schalthebel ab
- Alle Schräublein der Lüftungsabdeckung entfernt
Geht nicht runter
weil die scheiss Motorhalterung vorne im Weg ist! Egal, der Spalt muss reichen, weiter:
Wo ist diese ver%§$te Schraube bloss?
Noch nix gefunden, doch nicht etwa noch eine Etage tiefer unter dem nächsten Blech?
Computer an, noch mal genau das Bild studieren (Heiko, der die schönen Dieselmopeds baut, hat im Enfieldforum ein verschwommenes Bild eingestellt), die Lage ungefähr orten....
Scheissdreck, tatsächlich, dadrunter
(und ich Rind dachte noch so schön heute Morgen beim Kaffee, nuja, bohrste halt ein Serviceloch in die Abdeckung und versiehst es später mit einem Gummistopfen zwecks diverser Versuche wärend der Fahrt...) War nix.
Also weiter:
_ zum Nachschauen müsste die Ansaugleitung zum Lufi raus, das Mistding ist mit einem dünnen Blech gesichert, vorsichtig (verbiegt leicht, hoffentlich bekomme ich das später wieder rein) rausgepult.
- Mittels einem Hammerstiel hochgehebelt, Taschenlampe zur Hilfe: DA ISSE JA!
Gottseidank, wähnte mich schon an falscher Stelle grabend.
Die gute Nachricht: Schräublein ist weder von Siegellack überzogen noch von einer Kugel gesichert.
Die schlechte: Trotz langem Imbusschlüssel mit Kugelkopf, komme zwar mit der Kugel rein, aber der Winkel ist zu stark, packt nicht richtig
Geht nur mit dem kurzen Ende von der Getriebeseite aus eingefädelt, hoffentlich ist da nachher überhaupt genug Platz zum Drehen, bin noch skeptisch
Mache jetzt noch den Versuch , dafür muss der Ansaugstutzen aber ganz weg, d.h.;
- Akku raus
- kompletter Lufi ab
- Tasten im Dunkeln
Auf gehts, Bericht folgt umgehend
Aber erst noch `nen Kaffee
Oelbrenner
Datum: 15.04.07 12:59
Als denn.
Geschafft
War gar nicht so einfach.
Ungefähr so wie Tachowelle wechseln ohne Lampe `rauszumachen
Imbusschlüssel kann man (war bei mir jetzt wenigstens so) vergessen.
Folgendes:
Gottseidank ist der Ansaugstutzen im Lufi nicht auch mittels Blechsicherung verankert. Lufi konnte also drinbleiben. Gummi liess sich so rauspulen.
Da war sie, die Fördermengenregulierschraube: Irgendwie zugänglich, von der Sonntagssonne bestrahlt lächelte sie mich an.
Ja Pustekuchen.
Imbusschraubendreher. 6-er.
Passt nicht rein
Ein Kürzerer.
Warum hab ich nur so Wurstfinger und warum fehlen mir anscheinend ein paar Zusatzgelenke?
Will auch nicht rein
Gebrauchte Schraube? Vielleicht vergnaddelt?
5,5er ausprobiert.
AAh, geht rein!
Wackelt wie `n Lämmerschwanz.
Nee, ist tatsächlich ein 6er.
Noch ein paar Versuche.
Hochgelobt sei der Erfinder des Magnethebers...
Moment.
hatte da doch noch irgendwo eine kurze Imbusnuss.
Keller umgepflügt. Da isse!!
Nach ein paar Versuchen mittels Magnetheber und starker Nerven: IST DRIN!!!
Warscheinlich konnte ich die Imbusschlüssel nicht im richtigen Winkel reinbekommen, da ist überhaupt kein Platz!
Jetzt ist aber noch nix gedreht.
Also gut soweit.
An die Nuss lässt sich ein 10 er Schraubenschlüssel ansetzen.
Ein ungekröpfter Ringschlüssel - bei mir nicht vorhanden - geht warscheinlich auch.
Ran das Teil.
Drücken.
Wattn nu?
Fester!
Doch irgendwie gesichert, geklebt oder einbetoniert
Wenn doch nur mehr Platz da wäre!
Scheissdreck, verbauter!
Wie bekomme ich einen längeren Hebel hin?
Lösung: Grossen Ringschlüssel als Zusatzhebel über den Maul geschoben, dücken.... Mist, immer noch nix, Heilandsack, wie fest sitzt das Teil eigendlich.....na komm, pack zusammen, das wird doch nix.....nochmal....KNACK....gelöst
endlich! (Hab mich schon irgendwann im Geiste alles zerlegen gesehen, Motorhalterung, Schwungscheibe etc.) Die Platzverhältnisse lassen nur max. eine 1/8 Drehung zu, jetzt gehts auch mit dem Solo 10er Maul zu drehen, viermal das ganze, fettich.
Ist ungefähr `ne halbe Drehung.
Den Ansaugstutzen vom Lufi lass ich erstmal weg, vielleicht gibts ja dann ein satteres Ansauggeräusch
. Öffnung ist ja auch unten, und durch das Loch vom Luftleitblech bläst es ja auch kühle Luft zum Filter.
Noch `n Kaffee, dann alles wieder zusammenbauen, Testfahrt.
Bericht Folgt
Oelbrenner
Datum: 15.04.07 17:39
Fazit:
Motorplatzer, Fuss- und Kopfdichtung raus, stehe bis zu den Knien im Oel.....
Mit solchen Horrorszenarien im Hyrn auf Testfahrt ist nicht so angenehm, muss aber sein.
Eben so ca. 120 km Landstrasse unter die Pneus genommen.
Vorab das Endergebnis: Bastelei war lohnend, wenn auch nervig.
Sei zur Nachahmung - ohne Gewähr meinerseits - empfohlen.
Aber von vorne:
Nach dem Anwerfen russte es ein klein wenig. Macht sie aber sonst auch, vor allem beim untertourigen Anfahren in kaltem Zustand.
Nix besonderes also.
Erst mal warmfahren.
Kein Problem heute, alle wollen anscheinend heute das liebliche Taubertal in geöffneten Dosen und im Bummeltempo besuchen...
Hat was gedauert, eine Strecke ohne Schnarchzapfen zu finden, aber bis dahin war feststellbar:
- es geht eindeutig etwas zorniger zur Sache
- im warmgefahrenen Zustand raucht es leicht unter Vollast bei niedrigen Drehzahlen
- Gegenwind und leichte Steigungen haben nicht mehr so gravierende Auswirkungen
Beispiel: Eine langgezogene Steigung, sonst mit ca.70 zu meistern, jetzt mit satten 80 `raufgeflogen...
- Auspuffsound unter Last satter, um nicht zu sagen martialisch, liegt aber wohl auch zum Teil daran, dass ich den schalldämmenden Lufiansaugstutzen weggelassen habe....
.... kommt aber wieder dran. Ist sonst später für die Zwerge im Seitenwagen einfach zu laut. Zum Thema Höchstgeschwindigkeit:
Ja, läuft schneller.
So ca. 5-10 km/h.
90/95 bei aufrecht sitzendem Fahrer nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.
100 etwas geduckt auf der Ebene problemlos machbar.
110 durchaus auch mal drin (meine arme Tachowelle )
Es sei dazu noch bemerkt: Fahre momentan wieder den 100%igen Biomodus, mit "normalem" Sprit müsste etwas mehr möglich sein.
Hat eindeutig an Leistung dazugewonnen. Objektiv. Dass die Endgeschwindigkeit nicht so berauschend zugenommen hat ist wohl bauartbedingt, in hohen Drehzahlen kommt einfach nichts mehr, in der Mitte hat er ordentlich zugelegt.
Passt eigendlich ein 21er Ritzel da rein?!
Nächste Woche werde ich das Szenario wiederholen (der Ansaugstutzen muss wieder rein, hab aber momentan nur einen "freien" Tag die Woche und heute so gar keine Lust mehr) dann noch mal 2/8el weiter auf.....
Dann ist aber Schluss (siehe ganz oben).
Dank nochmal an Heiko für das Auffinden dieser unsäglich versteckten Madenschraube!
Ich rate nur zur Vorsicht all derjeniger, die ein älteres Motorbaujahr (so wie ich) ihr Eigen nennen evt von Heiko gefundene Schräubchensumdrehungszahlen ungeprüft zu übernehmen. Heiko hat warscheinlich (oder ganz bestimmt) den neuen Motor mit der Zweiwegeeinspritzung, der hat ganz andere Innereien.
Der Neue soll sowieso zorniger laufen, wird schon ab Werk mit 20er Ritzel ausgeliefert.
Viel Spass beim frisieren
Oelbrenner
