FAQ Alteisenschweißen

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Re: FAQ Alteisenschweißen

Beitragvon lallemang » Di 01 Mär, 2011 01:27

stefenle hat geschrieben:Was garnicht geht: ist das Schweißen von Alugußteilen... manchmal klebts ein bißchen.

Bezieht sich das jetzt auf ein bestimmtes Verfahren?
Geschwei§te Gehäuse und Deckel...?


stefenle hat geschrieben:Erwähnenswert ist vielleicht, dass mit WIG AC auch die gängigen Buntmetalle wie Kupfer und Messing geschweißt werden können - den richtigen Schweißdraht vorausgesetzt.


Ich dacht´ (und hab´s noch nicht probiert) für den Buntkram sollt´s DC sein und Draht an +?

Stop! Du spricht ja von WIG und ich denk grad MIG :oops:
Hast Du da Info?

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Beitragvon Arne » Di 01 Mär, 2011 08:59

Was garnicht geht: ist das Schweißen von Alugußteilen... manchmal klebts ein bißchen.



wie reparieren dann denn unsere Freunde aus dem ehemaligen Ostlock die diversen Motor, Getriebe und Endantriebsgehäuse ?
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Beitragvon Zem » Mi 09 Nov, 2011 16:21

Zum Aluguß:

Auf dem letzten Veteranen Teilemarkt in Mödling hab ich mir so Alu Lötzinn besorgt, das scheint für Alu ganz gut zu gehen, probiert hab ichs aber noch nicht.


Zum Auspuff:

Mit Wig am Auspufftopf hab ich schlechte erfahrungen gemacht. Da bilden sich bei mir immer tröpfchen, dann machts plopp und es iss ein Loch drin. Ich vermute mal das das an den doppelt übereinanderliegenden Blechen irgendwie liegt. Hat wer Ahnung?

grüße

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Beitragvon motorang » Mi 09 Nov, 2011 16:32

Diese Auspufftopfbleche sind oft irgendwie spezialbehandelt, aluminium- oder nickelbeschichtet oder sowas.

Und ich hatte auch schon mehrlagige. Schweiße mit MAG meistens großflächig ein, auf bestehender Schweißnaht bzw das neue Blech einmal rum und auf sich selbst, das geht.

Gryße!
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Beitragvon hiha » Mi 09 Nov, 2011 20:45

Mir ist ganz oben noch was aufgefallen, wo Du für VA-Schweissen 2,5% CO2-anteil im Argon empfiehlst. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher gewesen, dass man da eher H2 reinmischt, als wie CO2. Wat nu?

Gruß
Hans
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Beitragvon stefenle » Mi 09 Nov, 2011 20:59

Arne hat geschrieben:
Was garnicht geht: ist das Schweißen von Alugußteilen... manchmal klebts ein bißchen.



wie reparieren dann denn unsere Freunde aus dem ehemaligen Ostlock die diversen Motor, Getriebe und Endantriebsgehäuse ?


Tschuldigung, ich habe den Beitrag damals nicht mitbekommen.

Naja vielleicht ein wenig präziser: Aludruckguss geht gar nicht, Aluguss wo das Alu nach dem Guß wieder wie Alu ist, sollte natürlich schweißbar sein.
Was ich meine sind so Dinge wie Kerzenständer oder ähnliches, die oft nur die Form haben sollen, aber nicht wichtiges halten müssen. Dieser Guß ist spröde und bricht leicht.
Buntmetalle: Bei uns im Betrieb wurde damals Messing geschweißt, mit AC, wie Alu, nur mit viel mehr Rauch - man müsste es vielleicht einfach mal ausprobieren. Bei Alu braucht man den Wechselstrom, um die Oxydschicht des Alu´s zu durchbrechen. Bei Messing und Kupfer sollte das eigentlich nicht notwendig sein - Jugend forscht....
Zum Auspuff schweißen: Meiner Erfahrung nach ist das Material meistens zu dünn und bzw. gut angerostet (oft der Grund des schweißens :-D )
Schweißen mit MAG aber immer nur Einzelpunkte - mit WIG naja Super mit Fußpedal, da lässt sich die Stromstärke optimal dosieren.
Aber noch eins was nicht schweißbar ist: Rost :-D
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Beitragvon Arne » Mi 09 Nov, 2011 21:35

das war provokant geschrieben ich wußte zu dem Zeitpunkt schon das unsere Freunde aus dem Ostblock Schrottgehäuse kaufen um die richtige Legierung zum Schweißen von Gehäusen zu bekommen. :grin:
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Beitragvon Roll » Mi 09 Nov, 2011 21:36

stefenle hat geschrieben:
Naja vielleicht ein wenig präziser: Aludruckguss geht gar nicht, Aluguss wo das Alu nach dem Guß wieder wie Alu ist, sollte natürlich schweißbar sein.


Warum? Ernste Frage jetzt. Meiner Erinnerung haben meine Junx beim Schefenacker das seinerzeit sehr wohl geschweißt.
Da gabs praktisch nur AluDRUCKGuß zum üben.

Ich durfte leider nie üben...ich mußte nur StahlFormen einschlußfrei aufschweißen. :(
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Beitragvon stefenle » Mi 09 Nov, 2011 21:37

hiha hat geschrieben:Mir ist ganz oben noch was aufgefallen, wo Du für VA-Schweissen 2,5% CO2-anteil im Argon empfiehlst. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher gewesen, dass man da eher H2 reinmischt, als wie CO2. Wat nu?

Gruß
Hans

Als gelernter Schlosser im edelstahlverarbeitenden Betrieb, würde ich das Lehrbuch empfehlen: in dem wird üblicherweise 99,9999 % Argon für WIGschweißen mit VA oder AL empfohlen. Das gibts üblicherweise auch zu kaufen. Wenn das mit dem CO2 gut und sinnvoll wäre gäbs das sicher auch zu kaufen, Gibts aber nicht...warum wohl? :-D :-D :-D
Komischerweise wird laut Lehrbuch auch Stahl nicht mit WIG geschweißt... warum wohl?
H2 wäre ja lustig... :angel: dann braucht man den Strom nur zum Zünden, danach brennts von ganz allein :-D :-D :-D
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Beitragvon stefenle » Mi 09 Nov, 2011 21:43

Roll hat geschrieben:
stefenle hat geschrieben:
Naja vielleicht ein wenig präziser: Aludruckguss geht gar nicht, Aluguss wo das Alu nach dem Guß wieder wie Alu ist, sollte natürlich schweißbar sein.


Warum? Ernste Frage jetzt. Meiner Erinnerung haben meine Junx beim Schefenacker das seinerzeit sehr wohl geschweißt.
Da gabs praktisch nur AluDRUCKGuß zum üben.

Ich durfte leider nie üben...ich mußte nur StahlFormen einschlußfrei aufschweißen. :(

Ich bin jetzt vielleicht nicht genug Gußpezialist, um die Gußtechnik richtig wiederzugeben, vielleicht heißt das auch Temper- oder Spritzguß - keine Ahnung, aber diese graue brechende Gusszeugs, kann man (ich - habs mehrfach versucht) mit WIG nicht schweißen.
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Beitragvon Roll » Mi 09 Nov, 2011 21:45

Ehrlich gesagt ist das über 25 Jahre her - an das Verfahren kann ich mich nicht mehr erinnern. :smt102 :smt102
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Beitragvon Christoph » Mi 09 Nov, 2011 23:24

stefenle hat geschrieben:
Roll hat geschrieben:
stefenle hat geschrieben:
... aber diese graue brechende Gusszeugs, kann man (ich - habs mehrfach versucht) mit WIG nicht schweißen.


High Stefan,
du meinst aber nicht zufällig Zinkdruckguss? :wink:
Nur mal so am Rand: Alu kann man auch Pressstumpfschweißen (heißt glaubich so oder ähnlich)- hab ich mal mit meinem Bandsägenschweißgerät probiert und Reibschweißen, letzteres könnte man bei rotatsionsymetrischer Schweißnaht mit ner leicht modifizierten Drehbank versuchen. Mit dem Verfahren läßt sich sogar Alu mit Stahl und andere unmöglichen Sachen verschweißen,- wenn man das noch so nennen kann.
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Re: FAQ Alteisenschweißen

Beitragvon motorang » Do 10 Nov, 2011 05:23

motorang hat geschrieben:Q: Edelstahl schweißen?

A: Für das schweißen von rostfreien Stählen ist das MIG oder WIG-Verfahren sind praktikabel, bei dickeren Teilen gehts auch mit Stabelektroden.
Bei MIG: Stahlseele im Schlauchpaket durch Teflonseele ersetzen, dann braucht man Argon mit 2,5% Co2 und natürlich Edelstahlschweißdraht.


Hallo Hiha und Stefenle,

das Gas gibt es beispielsweise als Cronigon 2 bei Linde.
Vor allem für MAG-Schweißungen von Edelstahl.
Soll besser als Reinargon sein (mehr Einbrand):
http://linde-gase.de/produkte/cyl_techg ... gon_2.html


Bestandteile: Argon (Ar): 97,5 %
Kohlendioxid (CO2): 2,5 %
Anwendungen CRONIGON® 2
Universelles Schutzgas zum MAG-Schweißen von nichtrostenden Stählen aller Art (austenitisch, ferritisch, martensitisch, Duplex etc.) mit Massivdraht und Metallpulverfülldraht. Glatte, oxidarme Naht mit guter Flankenbenetzung und geringer Spritzerbildung. Geeignet für alle Lichtbogenarten und Schweißpositionen.


Da sind alle Linde Misch-Gase gelistet:
http://linde-gase.de/produkte/cyl_techg ... misch.html

Mit Wasserstoffanteil gibt es beispielsweise das hier:

CRONIGON® Ni 10


Bestandteile: Helium (He): 30 %
Wasserstoff (H2): 2 %
Kohlendioxid (CO2): 550 ppm %
Argon (Ar): Rest %
Anwendungen CRONIGON® Ni 10
Spezielles Schutzgas für das MAG-Schweißen von Ni-Basis-Legierungen. Geringer CO2-Anteil von 0,05% gewährleistet sehr stabiles Lichtbogenverhalten bei gleichzeitiger Wahrung der Korrosionseigenschaften des Werkstoffes. Beimischungen von Helium und Wasserstoff sorgen für herausragende Fließeigenschaften und Zwangslageneignung.


Aber Argon geht wohl eh immer und noch eine Flasche würde ich mir nicht hinstellen, ich bin ja kein Kesselschweißer :D

Argon 4.6
Reinheit, %: > 99,996
Anwendungen Argon 4.6
Schweißgas zum WIG- und MIG-Schweißen der meisten schmelzschweißbaren Metalle, Hauptkomponente der meisten Schweißgasgemische
Schutzgas beim Glühen von Metallen.
Als Spülgas zur Reinigung von Metallschmelzen.
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Re:

Beitragvon motorang » Do 14 Mär, 2013 14:47

GrafSpee hat geschrieben:Hallo,
Wieder was gelernt.

Ich hab das mit den Co2 halt so in der Ausbildung gelernt. Genauer haben Sie uns das in der Handwerkskammer beigebogen.
Ist allerdings auch schon wieder ein paar Jahre her, und der fortschritt schreitet ja auch fort....

Mfg Jens


Nachtrag:
Für den Bier- und Weintransport vom Fass/Tank ins Glas wird ein Schankgemisch verwendet, da sonst ein unerwünschter Anstieg im Kohlensäuregehalt des Getränks stattfinden kann, was ein leichtes Brennen im Hals hervorrufen kann, ähnlich wie beim Flaschenbier. Schankgemisch besteht aus ca. 30% CO2 und ca. 70% Stickstoff.
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Re:

Beitragvon hiha » Do 14 Mär, 2013 15:01

Hab damals garnichtmehr weitergelesen. Und jetzt grad ist mir das hier aufgefallen.
stefenle hat geschrieben:H2 wäre ja lustig... :angel: dann braucht man den Strom nur zum Zünden, danach brennts von ganz allein :-D :-D :-D

So isses nicht, weil da ja Sauerstoff dazu gebraucht würde. Das H2-haltige Argon heisst Formiergas, und der Wasserstoff verbindet sich beim Schweißen mit Sauerstoff im Schweißgut und der Umgebung, wirkt also reduzierend. Wenn mehr als 10% H2 zugemischt werden, muss man die Restgase abfackeln. Wird zum Rohrschweißen verwendet, und das Innere des Rohres damit geflutet.
Reines H2 als Schutzgas verwendet(e) man beim Arcatomschweißen, der Urform des WIG-schweißens. Da wird in reiner Wasserstoffathmospäre, also im Wasserstoffzelt geschweißt. Die Rahmen der 1936er BMW-R5 wurde z.B. Arcatomgeschweißt.
Durch die Schweißwärme am W-W-Lichtbogen (also zwei Wolframelektroden) zerfällt das H2-Molekül in in 2xH-Atome. Dazu brauchts viel Energie, und das atomare H ist nicht stabil, rekombiniert an der Schweißstelle, wobei es die Energie wieder abgibt. Man kann damit höhere Temperaturen wie beim WIG erreichen, zum Schweißen nimmt mans heut aber praktisch nicht mehr, allenfalls zum Rubine aufschmelzen...

Gruß
Hans
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