Wetterfühligkeit Alteisen

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Jonas » So 02 Aug, 2020 11:51

Hey Leute,

das Sommerloch ist da! :D Nix Weltbewegendes, aber Eure Erfahrungen interessieren mich.

Von meiner MZ TS 250/1 kannte ich es so, dass sie bei kaltem Wetter besonders gut fuhr. An heißen Sommertagen war sie aber auch gut fahrbar. Halt weniger spritzig, aber alles noch im Rahmen.

Meine Enfield (350er OHV, Bj. 1942) hab ich letztens das erste Mal für ´ne kleine Tagestour von knapp 100 Kilometern bei 34 Grad, ein wenig schwül auch, bewegt. Das war ybel... Deutlicher Leistungsverlust im Vergleich zu weniger heißen Tagen, dazu teils stotternde Gasannahme, bissl Konstantfahrruckeln, alles sehr zäh. Der Hobel ist relativ fett abgestimmt. Ich würd´meinen, dass sie überfettet bei dem Wetter?! :gruebel:

Kennt Ihr das auch?
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon motorang » So 02 Aug, 2020 12:47

Kann es sein, dass Du den Hertweck nicht gelesen hast, Jonas?
Speziell beim Zweitakter: ja!

Die hier empfohlenen Fahrversuche zur ZündeinsteIlung sehen nicht nur umständlich aus, sie sind auch umständlich und sie sind vor allem zeitraubend. Wie schon
gesagt, ist es unerläßlich, sich sehr genaue Notizen zu machen, ebenso sollte man es sich auch zur Regel machen, jede Meßfahrt mindestens zweimal auszuführen,
also zu jeder vorgenommenen ZündeinsteIlung zweimal Höchstgeschwindigkeit in der Ebene feststellen und zweimal Höchstgeschwindigkeiten am Berg. (...)
Im übrigen soll man Meßfahrten in möglichst kurzzeitiger Aufeinanderfolge abspulen,
Zahlen, die man am kühlen Vormittag ermittelt hat, sind nicht mehr mit Zahlen zu vergleichen, die vom heißen Nachmittag stammen, Zahlen aufeinanderfolgender
Tage sind überhaupt kaum zu vergleichen, es sei denn, man würde sich auch noch genau die Temperaturen und die Barometerstände aufschreiben.


Je kühler die Luft umso besser gehen die Werkl.

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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Laternenschrauber » So 02 Aug, 2020 13:14

Ich kenne zwar den Hertweck nicht, hatte aber eine gute Beschreibung zum Thema Vergaser, speziell bei Zweitaktern, hier MZ ES 250 zufällig gefunden https://www.2rad.nrw/project/duesennade ... instellen/

Scheint, gerade bei Zweitaktern, nicht so ganz einfach und schnell zu bewerkstelligen sein.

Vielleicht hilfts.

Gruß Stefan
Erfahrung verhält sich proportional zur Masse des zerstörten Materials. Bild
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Jonas » So 02 Aug, 2020 13:15

motorang hat geschrieben:Kann es sein, dass Du den Hertweck nicht gelesen hast, Jonas?

Doch, den hab ich gelesen, Andreas, aber nicht immer in allen Details im Kopf, denn der ist mit unterschiedlichsten Dingen oft randvoll.

Ich fand´s halt auffällig, wie extrem anders das Moped fuhr. Das kannte ich so noch nicht. Und da ich bislang nur MZ, ein wenig Terrot und eben die Enfield gefahren bin, wollte ich mal nachfragen, wie das konkret bei Euch aussieht bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen. Ein virtuelles Lagerfeuergespräch, quasi.

Die grundsätzlichen Zusammenhänge sind mir vertraut, aber eben die praktische Auswirkung fand ich persönlich, bei meiner Enfield, heftig. Daher die Frage in die Runde.
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon schnupfhuhn » So 02 Aug, 2020 13:25

Geht Dir nicht eher was an der Zündung flöten, Kriechstrecke die bei heiss und feucht etwas Funken kostet, bei kalt und trocken nicht?
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Jonas » So 02 Aug, 2020 13:30

Keine Ahnung... :gruebel: Möglich ist´s.

Ich hab´s halt auf grundsätzlich eher fette Abstimmung des Mopeds in Kombination mit heißem, bissl feuchtem Wetter geschoben, so dass der Hobel dann möglicherweise den einen Tick zu fett läuft, der die beschriebenen Symptome verursacht.
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon der Gärtner » So 02 Aug, 2020 13:54

Mein Mz-Gespann ist so eingestellt, daß es auch bei kaltem Wetter vollgasfest ist. Dafür wird der Motor bei Wärme zwar etwas phlegmatisch, aber auch nicht so, daß sich eine andere Einstellung nun lohnen würde. Ist wohl normal und ja auch logisch, denn bei Kälte enthält die Luft pro Volumenanteil nun mal mehr Sauerstoff als bei Wärme. Bei meinen Viertaktern stelle ich aber keinen Unterschied fest. Kann aber auch sein, daß ich dafür zu unsensibel bin, denn bei denen müßte es ja ähnlich sein.
Gruß
Harald

Jawoll, genau, jaja, das kann sein, das kann sein...
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Aynchel » So 02 Aug, 2020 21:01

moin Jonas

heiße Luft ist dünner (weniger Dichte) und hat weniger Sauerstoff als kalte Luft
von da her müsste man bei Hitze magerer bedüsen
aber wer will schon ständig mit der Vergaser Abstimmung jonglieren
dazu kommt das die alten Motoren den Sprit zur Innenkühlung brauchen

ich würde garnichts machen und mit dem müden daher kommen leben
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon K-Mehl-Treiber » So 02 Aug, 2020 22:15

Hi,

meiner 2-Takt-Erfahrungen decken sich mit deinen.
Die Puch hab ich generell eher fett eingedüst. Das merkt man besonders bei Hitze. Wenig Leistung und der Motor geht faul, kommt nur wiederwillig auf Drehzahl im Vergleich zu anderen Temperaturen.

Beim Russen merk ich da nix. Der ist auch etwas fetter bedüst. Eventuell machen das die brachialen Leistungsreserven, dass man das da nicht merkt. Sind ja immerhin 26PS aus 750ccm :smt005 .

In der alten Jacke fahren immer noch die Ersatzdüsen mit. Die hab ich mal eingesteckt, um mit der Puch die Wetterabhägigkeit auszutesten. Mit der 150er Düse in der Früh zur Arbeit bei 8 Grad. Am Abend bei 32 Grad die 145er Düse eingebaut und auf halbem Heimweg sogar noch die 140er Düse reingeschraubt. Ganz wohl war mir damit nicht, aber der Motor hat sogar Vollgas mehrere Minuten mitgemacht.
Meine Standarddüse ist seit damals eine 145er.

Des ganze wollt ich eigentlich auch mal bei einer Bergfahrt testen :gruebel:

Irgendwann.... :weg:

LG
Markus
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Aynchel » So 02 Aug, 2020 23:06

wer es genauer wissen will sollte sich halt ne Lamddasonde zur Abstimmung in den Krümmer setzen
mache ich immer wenn ich nen Motor abstimmen will

Aynchel hat geschrieben:
moin auch

die Sonde kommt in den Krümmer
je weiter vorne sie steht, dess so schneller ist sie auch ohne elektrische Beheizung betriebsbereit
ich hab sie recht weit hinten im Krümmer gesetzt, weil das mit dem Sturzbügel besser hin gehauen hat
spielt keine große Rolle, denn die Warmlaufphase interesiert eh nicht
die entsprechenden Bilder sind leider mit TiniPic untergegangen


als Auswertung reicht eine einfache LED Anzeige aus

Bild

Quelle: https://shop.mtron.de/product_info.php?products_id=2

dazu eine unbeheizte Spannungssprungsonde
(eine Breitbandsionde funktioniert bei der oben verlinkten Anzeige nicht)

Bild

https://www.auspuffanlage.de/lambdasond ... 00101.html

eine Einschweißmuffe, wer eine gewölbte nimmt spart sich Arbeit

Bild

Quelle: https://www.ebay.de/itm/Lambdasonde-Gew ... 1788310672

guten WIG Schweißer suchen und Muffe in den Krümmer einschweißen lassen
+ 12V und Masse an die Anzeige legen
Signalleitung von der Sonde an die Anzeige legen
Anzeige ins Sichtfach des TaRuSa stopfen und mal ne schöne Feierabendrunde drehen
dann sieht man schon recht gut wo es zu fett oder zu mager ist
ich sehe immer zu das ich eins fetter als Lambda 1 bin
Volllast auch 2 fetter
wenn die Abstimmung dann passt die Sonde raus nehmen und die Muffe mit einer Blindschraube verscheissern

Bild

Quelle: https://www.ebay.de/itm/Auspuff-Edelsta ... 1e99cac5b8

mehr Hexenwerk isses nicht

holdrio
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Richy » Mo 03 Aug, 2020 06:28

Wer kennt sie nicht, die Verreiber, wenn man an einem heissen Tag bei Vollgas in einen Wald reinfährt. :omg:
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon motorang » Mo 03 Aug, 2020 06:37

Wobei alle diese Erklärungen auch für den Viertakter gelten würden, ich hab das aber bisher nur am 2T gemerkt ...

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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Arne » Mo 03 Aug, 2020 07:07

wenn es richtig heiss ist kann es auch dem Kraftstoff im Versager zu warm werden. Dann läuft es auch eher bescheiden.
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Aynchel » Mo 03 Aug, 2020 07:11

Einspritzer können das auch
ein Freund von mir, der beruflich in Sardienien stationiert war, hat sich einen Ölkühler in die Spritleitung seines K100RT Gespann gesetzt um das Gestotter weg zu bekommen

moderne Diesel kennen die Probleme auch
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Re: Wetterfühligkeit Alteisen

Beitragvon Jonas » Mo 03 Aug, 2020 22:29

Da sind ja ein paar interessante Erfahrungen (und Tipps) weitergegeben worden, vielen Dank!

An der Einstellung werd ich erstmal nix ändern. Heute waren es nur 24 Grad und die Enfield fuhr sehr schön, gegen Abend dann fantastisch, insofern... :smt023 Bei 34 Grad bin ich selbst auch langsamer unterwegs, dann darf das Moped das auch.
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