Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Hier geht es um AiA-taugliche Motoren, Maschinen, Fahrzeuge. Wyrdiges Zeug kwasi :D

Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon andi » So 16 Jun, 2019 15:14

Ich hätte eine 350er Enfield mit deutschem KFZ Brief.
und eine 500er mit COC Papieren, die ist glaub ich auch mal in Deutschland gelaufen, müsst ich nachsehen.
Beide haben eigentlich keinen Wartungsstau.
Bei Interesse PN mich.
lg
Andi
erfolgloser Russenkurbelwellenfeinwuchter,
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » So 16 Jun, 2019 21:54

Danke, Andi! Mal schauen. :smt023

Ende des Monats geht´s zu Mike. Bin gespannt!

Heute versucht, den Ansaugstutzen zu entfernen. Vergeblich. Ein Linksgewinde ist es, nur geht´s nach ca. einer Umdrehung nicht weiter. Erstmal mit Rostlöser einweichen. Bloß nix vermurksen...

FullSizeRender (3).jpg


Interessant ist die Ölzufuhr. Da liegt ein kleines Plättchen zwischen dem Anschraubstutzen der Ölleitung und dem Motorblock. Wohl eine Art archaisches Rückschlagventil?! Erstaunlich. :gruebel:

1.jpg


2.jpg


3.jpg
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Mi 19 Jun, 2019 18:26

Sergej ist höflich bei der Qualitätssicherung vorstellig geworden und hat folgendes Meßwerkzeug mitgebracht:

IMGP1053.JPG


IMGP1069.JPG


Heute frisch von der QS kalibriert. Und dann von mir bei guten 30 Grad in der Halle und null Erfahrung gemessen. :omg: Da lassen sich also nur Tendenzen festellen, wenn überhaupt. Aber warum nicht: :ugly:

Bohrung x Hub = 70 x 90 laut Handbuch

Kolben:
OBEN einmal rundherum gemessen: Ca. 69,63. Außer bei 90 Grad zum Kolbenbolzen: Ca. 69,68.
MITTE einmal rundherum gemessen: Ca. 69,64. Außer bei 90 Grad zum Kolbenbolzen: Ca. 68,72
UNTEN einmal rundherum gemessen: Bunt gemischte Werte... Ca. 69,69. 69,71. 69,72.

Ich meine daraus deuten zu können, dass der Kolben oben schmaler ist als unten.

Und der Zylinder scheint in der Mitte ´ne Engstelle zu haben?! Bis ganz zum OT reichte das Meßwerkzeug nicht... Die 69,860 sind so bei 1/3 der Lauffläche vor OT gemessen.

Laufspiel ca. 2/10?!

IMGP1070 Kopie.jpg


Vermutlich für die Katz, die Messerei. Vielleicht aber auch nicht. Egal - nächste Woche wird ja eh danach geschaut. :smt023
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Maybach » Mi 19 Jun, 2019 19:14

Vor allem sollte man dann noch den dazugehörigen Zylinder messen. Die angegebenen Werte weren ja nach Gebrauch auch nicht mehr ganz aktuell sein ...

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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Mi 19 Jun, 2019 20:41

:gruebel:
Den Zylinder habe ich doch gemessen. Die Messwerte befinden sich im Bild (kleine rote Zahlen). Oder meinst Du etwas anderes?
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Maybach » Mi 19 Jun, 2019 21:33

Jonas, Du hast natürlich recht. Das Alter, die Verwirrung ...

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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon schnupfhuhn » Do 20 Jun, 2019 00:12

Zwo Zehntel sind bei einer Maschine wie der Terrot nicht ungewöhnlich. Frag mal Deinen Indianmann was die für Wurfpassungen bei den Kolben haben...

Was der Sergej da ausgeliehen hat ist erste Sahne, dem Ding kannst Du glauben. Und wenn Du beide Teile bei gleicher Temperatur misst ist der Messfehler recht klein, grob geschätzt im.Bereich 10e-5, also im Hunderttausendstelbereich. Blöd wäre es nur ein Trumm kalt und eines warm zu messen.
Zum.Milchmädchenrechnen:
Kolben Alu geht mit 24e-6 je Grad,
Zylinder Guss grob mit 10-12 e-6 je Grad Temperaturänderung.
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon mike58 » Fr 21 Jun, 2019 12:36

2 Zehntel.
Mit ein wenig Verschleiß nicht ungewöhnlich die Velocette Thrucston, mein Traum mit ihren 41 PS, der letzte Dampfhammer aus England Anfang der 70er hatte 1,5 Zehntel nicht ungewöhnlich, mal gucken was es alternativ für einen Kolben gibt, absolut flach mit dr richtigen Kompressionshöhe und Kolbenbolzen evt ein Dieselkolv´ben evt mit innenblech, die Kurbelwelle sollte man der Gelegenheit gleich feinwuchten, es könnt sein das mit dem Hans seiner Nocke das Ganze ein wenig flotter mit weniger Stress läuft.
LG
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Fr 21 Jun, 2019 14:26

Ich bin mal auf die Kurbelwelle gespannt. Meine, dort irgendwelche großen Muttern zu erspähen, oben durch den Motorblock. :gruebel:

Und ich frage mich, wie die Ventilschäfte anständig geschmiert werden sollen bei der Konstruktion? Da fliegt ein bisschen Spritzöl rum, ok, aber ob das reicht? :gruebel:

Ja, das ist wohl so mit den Muttern: (Quelle: Terrot Club Pyrenäen)
moteurlat1.jpg
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » So 23 Jun, 2019 19:03

Nicht mehr viel Moped übrig... :gruebel:

FullSizeRender.jpg


Gepackt! Morgen noch den Zylinder von innen reinigen (Ruß) und dann sollte es das gewesen sein.

FullSizeRender (3).jpg
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » So 30 Jun, 2019 23:25

gucken denken reden machen lernen gucken hirnen machen und wieder von vorne.

Zurück vom Mike in Siegen, mit Zwischenstopp in München (Freundin einladen) und bei Justus (logistiken und herrlich essen)!

Einen Haufen gute Leute kennengelernt, und viel, viel Input erhalten! Schwer, das alles in Worte zu fassen, und Photos habe ich kaum gemacht, denn - siehe Eingangssatz.

Das erste Mal mit ´ner Presse gearbeitet (Hubzapfen Kurbelwelle auspressen), den Motorblock gespalten (mit Wärme und klopf-klopf und ohne Bruch) und festgestellt, dass eine Teilewaschanlage ´ne feine Sache ist. :smt023

Wie geht´s nun weiter?

Der Motorblock wurde seiner Kurbelwelle beraubt. Die braucht ein neues unteres Pleuellager und ein neues Lager auf der Kettenritzelseite. Und der Zylinder ´nen neuen Kolben. Die Ventile klappern nett in ihren Führungen, also auch einmal neu bitte. Neue Radlager eh - Umbau auf moderne Lager in 2RS-Ausführung ist beschlossen und wurde bereits angegangen (Lagerschalen raus, Achsen abgedreht, und Mike baut gerade einen Piloten für das Hunger-Fräswerkzeug). Interessanter Denkanstoß: Die Ölversorgung des Ventiltriebs verbessern. Interessante Erkenntnis: Der Zylinderdeckel wurde 1927 sehr schön konstruiert und gebaut. Runde Übergänge, da kann es nett strömen. Und so weiter, und so fort...

Die Marschrichtung wird also wohl in diese Richtung gehen:
Einmal Grund reinbringen, so dass die Basis stimmt. Ölversorgung verbessern. Herzstück und größte Modifizierung: Die neue, von Hans erdachte Nockenwelle.

Schauen wir mal!
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon schnupfhuhn » So 30 Jun, 2019 23:55

War bestimmt ein cooles Wochenende, ich bins Dir neidig :)
:-) Putzt die Rahmen und stellt sie bereit! :-)
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Zimmi » Mo 01 Jul, 2019 08:16

+1 :!: :smt023
Da hätte ich gerne Mäuschen gespielt. Hätte mir garantiert auch getaugt.
Do not take life too seriously. You will never get out of it alive.
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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon hiha » Mo 01 Jul, 2019 08:53

Das mit der Nockenwelle hängt von meinem CNC_Fräser ab, der grad nicht so zieht. Meine CNC hat eine defekte Steuerung, und ich hab keine Zeit, eine Neue zu andaptieren.
Ventile hab ich im TRW-Katalog schon ein paar Passende gefunden, wir haben uns ja entschlossen, vom Schaftdurchmesser 7,2mm auf 8mm zu gehen, und die Führungen entprechend aufzureiben.
Kolben kann ich jetzt auch suchen. Mal schaun, bin ja jetzt eine Woche im Urlaub, vielleicht hab ich ja Zeit :-)

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Re: Terrot HSC 350, Bj. 1927 - Fortschrittsbericht

Beitragvon Jonas » Mo 01 Jul, 2019 09:58

hiha hat geschrieben: Ventile hab ich im TRW-Katalog schon ein paar Passende gefunden, wir haben uns ja entschlossen, vom Schaftdurchmesser 7,2mm auf 8mm zu gehen, und die Führungen entprechend aufzureiben.

Sehr schön! Und die Schleifstellen der Kette am Bremshebel sind auch schon geschweißt, wurde mir geflüstert... :shock: :smt023

hiha hat geschrieben: Kolben kann ich jetzt auch suchen. Mal schaun, bin ja jetzt eine Woche im Urlaub, vielleicht hab ich ja Zeit :-)

Besten Dank! Ich schaue auch mal im französichen Forum, was dort so gefahren wird.
Beim Kolben gibt´s im VfV-Forum Diskussionen, ob man beim Verlustschmierer mit oder ohne Ölabstreifring fahren soll. Beides geht wohl. Mir sind da die technischen Zusammenhänge aber auch nicht ganz klar... Die einen schreiben, bei ihren Verlustschmieren ohne Probleme mit Ölabstreifringen zu fahren. Andere sagen, dass sie ihre Ölpumpen nicht weit genug runter drehen können, so dass im Kurbelgehäuse im Betrieb langsam der Ölstand steigt und steigt und das Öl ab und an abgelassen werden muss (Bei der Terrot eher nervig. Man könnte natürlich ggf. einen kleinen Absperrhahn auf Höhe des gewünschten Ölstandes am Kurbelgehäuse einsetzen?!). :gruebel:
Na, erstmal überhaupt einen passenden Kolben finden...

hiha hat geschrieben:Das mit der Nockenwelle hängt von meinem CNC_Fräser ab, der grad nicht so zieht. Meine CNC hat eine defekte Steuerung, und ich hab keine Zeit, eine Neue zu andaptieren.

Notfalls den Bau der Nocken als Fremdarbeit in Auftrag geben und "nur" die Anpassung an die originale Nockenwelle selbst durchführen?! Keine Ahnung, wer das kann und was das kosten würde, aber da könnte ich mich ja ggf. informieren.

schnupfhuhn hat geschrieben:War bestimmt ein cooles Wochenende, ich bins Dir neidig :)

Hätte dir bestimmt gefallen, da bin ich mir sicher... :smt023
Zuletzt geändert von Jonas am Mo 01 Jul, 2019 10:14, insgesamt 2-mal geändert.
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